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Die Wissenschaft der Haarfarbe
Permanente Farbe lagert kein fertiges Pigment ein: Sie baut es durch Oxidation im Haar auf. Der Entwickler wird in Volumen gemessen (10 Vol = 3 %, 40 Vol = 12 %), Blondierung schaltet Melanin unumkehrbar ab, und in Europa regelt die EG-Verordnung 1223/2009 jede Haarfarbe. Hier ist die Chemie hinter jedem Farbservice.
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So funktioniert permanente Farbe
Permanente Colorationen werden erst beim Auftragen gemischt: Ein Teil enthält Wasserstoffperoxid, der andere farblose Farbvorstufen. Die Oxidation verwandelt die Vorstufe (klassisch para-Phenylendiamin, PPD — seit über 150 Jahren im Einsatz), die mit „Kupplern" große Farbmoleküle bildet, eingeschlossen im Cortex des Haares. Ammoniak öffnet die Schuppenschicht; der „ammoniakfreie" Ersatz (Ethanolamin) ist milder, hellt aber weniger auf und wäscht sich eher aus, statt herauszuwachsen.
Die Stärken des Entwicklers
„Volumen" ist schlicht die Wasserstoffperoxid-Konzentration: 10 Vol = 3 %, 20 Vol = 6 %, 30 Vol = 9 %, 40 Vol = 12 %. Mehr Volumen heißt mehr Aufhellung: grob 1–2 Stufen mit 20 Vol, ~3 mit 30 Vol, 4–5 mit 40 Vol. Deshalb wählt der Colorist den Entwickler nach Zielergebnis — nicht „so stark wie möglich".
Melanin und Blondierung
Die Naturfarbe ist das Verhältnis zweier Pigmente: Eumelanin (braun-schwarz) und Phäomelanin (rot-blond). Blondierung oxidiert Melanin unumkehrbar — das Molekül bleibt im Haar, wird aber farblos. Eumelanin zerfällt schneller als Phäomelanin: Darum geht dunkles Haar auf dem Weg zu Blond immer durch Orange und Gelb.
Sicherheit: Allergien und Hauttest
PPD ist das wichtigste Haarfarben-Allergen (positive Reaktionen bei ~4 % der europäischen Epikutantests). Es ist eine verzögerte Typ-IV-Reaktion — deshalb empfehlen Hersteller den Hauttest 48 Stunden vor der Farbe. In Europa setzen die EG-Verordnung 1223/2009 und die Gutachten des SCCS die Grenzen — für PPD maximal 2 % auf dem Kopf. In der Schwangerschaft gilt Färben laut ACOG als grundsätzlich sicher, da die Aufnahme über die Kopfhaut minimal ist; viele Quellen raten dennoch zur Vorsicht im ersten Trimester.
Warum Farbe verblasst
Die zwei Hauptfaktoren sind Waschen (Tenside ziehen die Farbmoleküle nach und nach heraus) und UV-Licht, das wie eine langsame Blondierung wirkt. Blondiertes Haar ist poröser und verliert Farbe schneller — deshalb braucht coloriertes Haar spezielle Pflege und regelmäßiges Tonen.
Quellen
- Compound Interest — The Chemistry of Permanent Hair Dyes
- EUR-Lex — Regulation (EC) No 1223/2009 on cosmetic products
- European Commission — Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS)
- "Para-phenylenediamine allergy: current perspectives", peer-reviewed (PMC)
- ACOG — Is it safe to dye my hair during pregnancy?
- Wella Professionals — Semi vs demi-permanent colour
Stand: Juni 2026
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